InteraktionsmanagementBevor gegen Ende der 2000er-Jahre populäre Social-Media-Plattformen wie Facebook, Twitter, YouTube, Flickr und LinkedIn die Aufmerksamkeit der Corporate Communications absorbierten, befassten sich experimentierfreudige und innovative Unternehmen mit den Möglichkeiten von Corporate Blogs. Nachdem sich nun der Hype um Social Media etwas gelegt hat und sie bei vielen Unternehmen fester Bestandteil der integrierten Kommunikation geworden sind, ist es an der Zeit, wieder vermehrt über die Chancen von Corporate Blogs nachzudenken.

ABB tut es: ABB Conversation. Nestlé tut es: Water Challenge blog. Roche tut es: Roche Career Blog. Swisscom tut es: Hallo Zukunft Blog. Die Swiss tut es: Swiss Blog. Die Helvetia tut es auch: Helvetia Blog. Und die SBB tut es gleich zweimal: SBB Blog und Cargo-Blog. Das sind nur einige, dafür namhafte Schweizer Unternehmen, die in der digitalen Öffentlichkeit bloggen. Doch wozu? Hier die wichtigsten Gründe für Unternehmen, ein Corporate Blog zu pflegen.

Fremdbestimmung vs. Eigenbestimmung

Viele Unternehmen haben inzwischen die Vorzüge der dialogischen Kommunikation in der digitalen Öffentlichkeit erkannt. Sie sind auf Facebook, Twitter und Google+. Doch stellen sie immer mehr auch fest, dass ihre kommunikativen Aktivitäten auf diesen Social-Media-Plattformen durch deren Betreiber fremdbestimmt sind. Man weiss nicht, wohin sich die Plattformen entwickeln. Man weiss nicht, wie viel Energie man in eine Plattform stecken soll, da ihre Popularität morgen schon wieder vorbei sein kann. Man ist sich nicht immer bewusst, was mit den Daten passiert, die die Betreiber fleissig sammeln. Man ist sich auch nicht immer bewusst, dass man teilweise Nutzungsrechte an eigenen Inhalten an die Betreiber abgibt. Da Corporate Blogs in der Regel auf der eignen IT-Infrastruktur betrieben werden, wiegen sie die genannten Nachteile locker auf. Das Unternehmen bestimmt, wohin sich das Blog entwickeln soll. Die etwas langsame, dafür stetig aufgebaute Community läuft nicht so schnell davon. Daten und Nutzungsrechte an eigenen Inhalten bleiben in der Hoheit des Betreibers – also des Unternehmens.

Information und Interaktion

Wie wir kürzlich in einem Beitrag geschrieben haben (Diskurs und Dialog im Web), beruht eine glaubwürdige Unternehmenskommunikation in der digitalen Öffentlichkeit auf einem ausgewogenen Verhältnis zwischen Information und Interaktion. Man kann als fortschrittliches Unternehmen zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht mehr nur mit News und mit Medienmitteilungen über operative Entwicklungen und strategische Ziele informieren. Man muss im Rahmen der gesellschaftlichen Verantwortung die eigenen Standpunkte transparent machen und diese auch für einen konstruktiven Dialog öffnen. Nichts eignet sich besser dazu als Corporate Blogs.

Content Marketing und Reichweite

Content Marketing ist zurzeit in aller Munde. Man sollte es nicht überbewerten. Tatsache ist dennoch, dass sich mit einem Corporate Blog nicht nur unternehmerische Standpunkte, sondern auch inspirierende Geschichten über die eigenen Marken vermitteln lassen. Gute Geschichten werden von Lesern gerne über ihre sozialen Netzwerke weiterempfohlen. Doch nicht nur Menschen geben Empfehlungen ab, auch Suchmaschinen mögen sauber aufgesetzte Blogs und deren Inhalte. Mensch und Maschine helfen so, die Reichweite der kommunikativen Aktivitäten in der digitalen Öffentlichkeit signifikant zu erhöhen.

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